Jean Molitor: bau1haus

Eröffnung und Katalogvorstellung: 19. Juni 2018, 19 Uhr
Ausstellungszeitraum: 20. Juni - 28. Oktober 2018

 © Jean Molitor, CAR GARAGE, Guatemala (around 1935), Photographed: 2017 

© Jean Molitor, CAR GARAGE, Guatemala (around 1935), Photographed: 2017 


Eröffnung und Katalogpräsentation: 19. Juni 2018, 19 Uhr

Begrüßung: Carolina Mojto, Direktorin BOX Freiraum und Nadine Barth, Editorin für Fotografie Hatje Cantz | Einführung: Dr. Kaija Voss, Architekturhistorikerin

* Deutsch (English version below)

Der BOX Freiraum freut sich, Jean Molitor und sein umfangreiches photografisches Archiv von Bauhaus inspirierten Gebäuden zu präsentieren. Mit seinen Fotografien nimmt uns Molitor mit auf eine spannende Entdeckungsreise in Länder wie Libanon, Israel, Kuba, Kambodscha, Burundi, Kongo, Guatemala, Uruguay und Argentinien aber auch Europas.

Vor 99 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar im Jahr 1919 gegründet. Die katastrophalen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges motivierten die Bauhäusler, das Leben, die Gesellschaft und den Alltag radikal neu zu denken. So entstanden innovative Ideen des Zusammenlebens und der Gestaltung. Es wurde intensiv daran gearbeitet, gut gestaltete Produkte und Bauten zu schaffen, die nach Möglichkeit für alle erschwinglich sind.

Auch nach der Schließung der Schule in Dessau 1932 haben sich die Ideen des Bauhauses weltweit weiterverbreitet. Ein Ziel des Fotoprojektes ist es, diese globalen Verbindungen und den weltumspannenden Austausch sichtbar zu machen.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation im Hatje Cantz Verlag.

 

bau1haus weltweit

Über die Fotografie werden die Formen des Zeitgeistes, der sich zwischen beiden Weltkriegen als internationale Idee manifestiert, erfasst. »Ich verstehe meine Arbeit als Wettlauf gegen die Zeit«, beschreibt Jean Molitor die Dringlichkeit. Mit sachlichem Blick, ausgelöst von einer leicht erhöhten Position, hält Jean Molitor, der künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert hat, die Gebäude fest. Mess-Bildtechnik nennt er sein Verfahren mit Verweis auf historische Vorbilder. Die Häuser wirken auf den Fotos gleichermaßen strahlend und erhaben, selten sind Menschen zu sehen. Die Architektur steht im Mittelpunkt. Die Fotografie, als Grenzen überschreitendes Medium, erklärt sich überall, ohne Übersetzer. bau1haus ist ein offenes Projekt. Das Archiv wächst täglich. Doch die Recherche ist nicht immer leicht. Oft sind die Architekten der Häuser nicht mehr auszumachen, häufig sind keine Baudaten vorhanden.  bau1haus will die Gebäude dieser Epoche in ihrer Alltäglichkeit dokumentieren: Tankstellen, Bootshäuser, Krankenhäuser, Kinos, Schulen, Wohnanlagen und Fabrikgebäude. Jean Molitor ist immer auf der Suche nach dem perfekten Bild. »Ich möchte mit bau1haus zeigen, wie wirkmächtig das Bauhaus und ähnliche Strömungen auf der ganzen Welt waren. Mein Ziel ist ein weltweites Fotoarchiv dieser Gebäude«, sagt der Berliner Fotograf und Kosmopolit. Die schon jetzt unendlich scheinende Serie von Architekturfotografien ist nur ein geringer Prozentsatz des riesigen Projektes, das in seiner Qualität und seiner Art auf der Welt seinesgleichen sucht.


* English 

BOX Freiraum is pleased to present Jean Molitor‘s comprehensive photographic archive of Bauhaus-inspired buildings. In his photographs, Molitor takes us on an exciting journey of discovery through countries like Lebanon, Israel, Cuba, Cambodia, Burundi, Congo, Guatemala, Uruguay and Argentina as well as Europe.

99 years ago, in 1919, Bauhaus was established in Weimar. The catastrophical consequences of the First World War moved Bauhaus adherents to radically rethink life, society and everyday life, coming up with innovative ideas of communal living and collaborations with industry. They worked tirelessly to produce well-designed products and buildings in such a way that everyone could afford them.

Despite the school closing in Dessau in 1932, the ideas of Bauhaus have spread throughout the world. One of the aims of Molitor‘s photographic project is to show global connections and the worldwide exchange that took place.

A publication by Hatje Cantz will accompany the exhibition. 

 

bau1haus worldwide

Photography captures the forms of the Zeitgeist that became an international movement between the two world wars. “I see my work as a race against time”, Jean Molitor says, expressing the urgency of his project. Jean Molitor, who studied art photography at the College of Graphic and Book Arts in Leipzig, documents buildings in a factual manner from a slightly elevated position. Referencing historical examples, he calls his process survey photography. The houses in the photographs seem resplendent and grand in equal measure. People rarely make an appearance; the focus is on the architecture. A medium that breaks boundaries, photography needs neither explanation nor translation, regardless of where you are in the world. bau1haus is an open project. The archive is growing day by day, yet the research isn’t always easy; often, the architects of the houses cannot be found and in many cases there’s no information on the building. bau1haus aims to document the buildings of this period as they appear in everyday life, including petrol stations, boathouses, hospitals, cinemas, schools, residences and factory buildings. Jean Molitor is always in search of the perfect image. “With bau1haus, I want to show the impact that Bauhaus and similar movements had all over the world. My goal is to build up a global photographic archive of these buildings”, the Berlin photographer and cosmopolite states. The already seemingly endless series of architectural photographs is just a fraction of this huge project, the only one of its kind and unparalleled in terms of its quality.