STADTGESPRÄCHE / URBAN TALKS


MITTWOCHS 19 UHR / WEDNESDAYS 7 PM

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*English below

Auftakt unserer Diskussionsreihe zur Berliner Stadtentwicklung am 28. Juni um 19 Uhr

Berlin wächst rasant und die Zeit drängt Antworten zu finden:
Wie können wir nicht nur schnell Wohnraum schaffen, sondern gemeinsam lebendige Stadtquartiere gestalten?
Wie können wir Berlins Freiräume erhalten und Begegnung schaffen statt Spaltung und Polarisierung zu schüren...?


28. Juni 2017 / Niklas Maak

Umbruchstadt. Berlin zwischen Schlossfreiheit und Flüchtlingshaus

Berlin hat aufgrund seiner Geschichte mehr als jede andere Stadt Widersprüche, Konflikte und Brüche aushalten müssen. Schon im Mittelalter bestand die Stadt aus zwei Orten, aus Berlin und Cölln, die konfliktreich zusammenwuchsen - und schon damals lagen der Zauber und die Energie des Orts in seiner Polyzentrizität, seinen Leerräumen. Berlin war und ist anders als alle anderen Städte - und ermöglicht es gerade heute, flexibler und offener auf die großen und fundamentalen gesellschaftlichen Brüche zu reagieren.
— Niklas Maak

Niklas Maak nimmt die Geschichte Berlins zum Anlass, um zu fragen, wie wir in Zukunft Räume schaffen können, in denen man Arbeit und Wohnen wieder enger zusammenbringt, neue Formen von Begegnung möglich und Gemeinschaft erlebbar werden und Großzügigkeit und Gastfreundschaft als Werte wieder gestärkt werden. Er konstatiert eine tragische gesamtgesellschaftliche Verschiebung von Freiheit, Mut und Selbstverantwortung hin zu einer Obsession mit Komfort und Sicherheit: Unsere Städte sind von Abschottungsbemühungen geprägt.

Gerade in Zeiten von Migration ist ein Kernthema jeder Stadtgesellschaft: Wie schafft man Räume, in denen der Mensch nicht nur vom Wunsch nach Schutz und Schlaf gedacht wird, sondern vom Wunsch, etwas zu tun -  Räume in denen der Mensch durch das, was er anbieten kann, in Kontakt treten kannmit denen, die schon da sind - und so das tun, was seit Anbeginn ihrer Geschichte unsere Idee von Stadt prägt?

 

05. Juli 2017 / PD. Dr. med. Mazda Adli

Stress and the City. Und warum Städte trotzdem gut für uns sind

Die Welt wird zu einer urbanen Welt. Und das hat Folgen - auch für unsere Gesundheit. Deswegen müssen wir verstehen, wie wir unsere Städte zu guten Lebensräumen machen können.
— Mazda Adli

Stadtleben beeinflusst unsere Emotionen, unser Verhalten und unser Wohlbefinden. Stadtbewohner haben ein höheres Risiko für Stressfolgeerkrankungen - und es scheint der soziale Stress zu sein, der sich auf die Gesundheit der Stadtbevölkerung auswirkt. Und dennoch: Städte tun uns gleichzeitig gut, sie bieten besseren Zugang zu Bildung, Wohlstand und Gesundheitsversorgung. Sie stimulieren uns durch ihre kulturelle und soziale Vielfalt - solange wir ihre urbane Kultur bewahren. In seinem Buch „Stress and the City“ erklärt der Psychiater und Stressforscher Mazda Adli wie unser Gehirn auf das Leben in der Stadt reagiert, wann uns Stadtleben krank macht und warum es trotzdem gut für uns ist.  Seine zentralen Thesen hierzu stellt er an diesem Abend vor.

 

12. Juli 2017 / Ute Weiland, dR. Marcos Rosa UND PROF. DR. RAINER HEHL

Städte gemeinsam gestalten: São Paulo, Kapstadt und Berlin

Dr. Marcos L. Rosa stellt mit Prof. Dr. Rainer Hehl die Publikation "Co-Designing Cities: architecture + informal intelligence" vor und die Projekte in Sao Paulo, New Delhi, Kapstadt und Mexico City bei den Berliner Architekten mit lokalen Initiativen und Bewohnern vor Ort durch kleine innovative Bauten und Gestaltung des öffentlichen Raumes wichtige Impulse gesetzt haben im Stadtquartier. ZB das Table House von Prof. Dr. Rainer Hehl und weiteren in Kapstadt.

Auch bei der Buchpremiere TRANSTOPIA geht es darum was der globale Norden vom globalen Süden lernen kann. Wie die Herausgeber Prof. Dr. Rainer Hehl und Ludwig Engel schreiben: “Während in den Städten des globalen Südens der Wandel der Stadt zum Bestandteil urbanen Lebens gehört, wird Stadtentwicklung in den Städten des globalen Nordens noch stark durch das Festhalten am Bewährten geprägt. Im translokalen Dialog werden die Themen Heterogenität, Migration und Raumaneignung untersucht.“

Das Gespräch wird moderiert von Ute Weiland.

 

19. Juli 2017 /

PROF. Philipp Misselwitz, Habitat Unit
Florian Schmidt, Baustadtrat Kreuzberg-Friedrichshain
Cielo Holguin Ramirez, Community Leader Moravia
Anh Linh Ngo, ARCH+
Maximilian Becker, Albert Kreisel, Tobias Schrammek, Urban Oasis                                  Nina Pawlicki, Habitat Unit

Urban Lab Medellin I Berlin: Co-producing Urban Eco-systems

Das als Think&Do-Tank konzipierte Urban Lab Medellín I Berlin vernetzt Studierende der Architektur und Urban Design, Architekten und Planer sowie Akteure aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur aus Kolumbien und Deutschland durch Workshops, Seminare, Symposien und bauliche Interventionen. Medellin und Berlin sind geprägt von sehr unterschiedlichen Planungs- und Beteiligungskulturen und einer unterschiedlichen Gewichtung formeller und informeller Stadtentwicklungsprozesse. Das Projekt begreift die Unterschiedlichkeit als Chance planerisches Handeln in beiden Kontexten kritisch zu hinterfragen und neue Instrumente zu entwickeln: Kann durch Urban Coding ein Transformationsprozess hin zu inklusiveren, koproduzierten und nachhaltigen urbanen Nachbarschaften befördert werden?

 

26. Juli 2017 / Prof. Philipp MisselwitZ, Prof. Günter Meinert, ROMAN MENDLE, DR. NATHALIE JEAN-BAPTISTE, JOACHIM SCHONOWSKI

Transformation zur Nachhaltigkeit – Herausforderungen für eine urbanisierte und vernetze Gesellschaft

Die Ausstellung thematisiert globale Urbanisierungsprozesse und wurde ursprünglich für die Venedig Architekturbiennale konzipiert.
Das Podium wird diesen globalen Kontext aufnehmen und spezifischer Fragen nach den Hebeln zur Erreichung von Nachhaltigkeit (SDGs) in Urbanisierungskontexten fragen beantworten.
Hierbei bietet die Digitalisierung sowohl große Chancen, führt aber auch zu Risiken. Die Smart-City Debatte hat aufgezeigt das ein Fokus auf Big Data Management oft an den eigentlichen Herausforderungen vorbei geht und anstatt Demokratisierung, oft zu mehr Zentralisierung und Kontrolle führt.
 
Ein Podium zu Gedankenanstößen und Lösungsansätzen für eine ganzheitliche Entwicklung nachhaltiger Städte.

Bitte melden Sie sich auch für die Teilnahme an den StadtGesprächen unter einladung@box-freiraum.berlin an.

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*English

 

28 June 2017 / Niklas Maak

City of Change. Berlin between City Palace and Home for Refugees

in German language

Berlin hat aufgrund seiner Geschichte mehr als jede andere Stadt Widersprüche, Konflikte und Brüche aushalten müssen. Schon im Mittelalter bestand die Stadt aus zwei Orten, aus Berlin und Cölln, die konfliktreich zusammenwuchsen - und schon damals lagen der Zauber und die Energie des Orts in seiner Polyzentrizität, seinen Leerräumen. Berlin war und ist anders als alle anderen Städte - und ermöglicht es gerade heute, flexibler und offener auf die großen und fundamentalen gesellschaftlichen Brüche zu reagieren.
— Niklas Maak

Berlin hat aufgrund seiner Geschichte mehr als jede andere Stadt Widersprüche, Konflikte und Brüche aushalten müssen. Schon im Mittelalter bestand die Stadt aus zwei Orten, aus Berlin und Cölln, die konfliktreich zusammenwuchsen - und schon damals lagen der Zauber und die Energie des Orts in seiner Polyzentrizität, seinen Leerräumen. Berlin war und ist anders als alle anderen Städte - und ermöglicht es gerade heute, flexibler und offener auf die großen und fundamentalen gesellschaftlichen Brüche zu reagieren, sie eher als Chance denn als Zumutung zu sehen. In dieser Fähigkeit lag und liegt die Attraktivität Berlins. Der neue Geist der Gründerzeit ist in Berlin nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein sozialer und philosophischer: Wie werden wir leben, wenn Familien und Singles nicht mehr die einzigen Lebensformen in der Stadt sein werden. Was wird "urbanes Leben" bedeuten?

Niklas Maak nimmt die Geschichte Berlins zum Anlass, um zu fragen, wie wir in Zukunft Räume schaffen können, in denen man Arbeit und Wohnen wieder enger zusammenbringt, neue Formen von Begegnung möglich und Gemeinschaft erlebbar werden und Großzügigkeit und Gastfreundschaft als Werte wieder gestärkt werden. Er konstatiert eine tragische gesamtgesellschaftliche Verschiebung von Freiheit, Mut und Selbstverantwortung hin zu einer Obsession mit Komfort und Sicherheit: Unsere Städte sind von Abschottungsbemühungen geprägt.

Gerade in Zeiten von Migration ist ein Kernthema jeder Stadtgesellschaft: Wie schafft man Räume, in denen der Mensch nicht nur vom Wunsch nach Schutz und Schlaf gedacht wird, sondern vom Wunsch, etwas zu tun -  Räume in denen der Mensch durch das, was er anbieten kann, in Kontakt treten kannmit denen, die schon da sind - und so das tun, was seit Anbeginn ihrer Geschichte unsere Idee von Stadt prägt?

 

05 July 2017 / PD. Dr. med. Mazda Adli

Stress and the City. Why Cities make us sick. And why they are still good for us

in German language

Die Welt wird zu einer urbanen Welt. Und das hat Folgen - auch für unsere Gesundheit. Deswegen müssen wir verstehen, wie wir unsere Städte zu guten Lebensräumen machen können.
— Mazda Adli

Stadtleben beeinflusst unsere Emotionen, unser Verhalten und unser Wohlbefinden. Stadtbewohner haben ein höheres Risiko für Stressfolgeerkrankungen - und es scheint der soziale Stress zu sein, der sich auf die Gesundheit der Stadtbevölkerung auswirkt. Und dennoch: Städte tun uns gleichzeitig gut, sie bieten besseren Zugang zu Bildung, Wohlstand und Gesundheitsversorgung. Sie stimulieren uns durch ihre kulturelle und soziale Vielfalt - solange wir ihre urbane Kultur bewahren. In seinem Buch „Stress and the City“ erklärt der Psychiater und Stressforscher Mazda Adli wie unser Gehirn auf das Leben in der Stadt reagiert, wann uns Stadtleben krank macht und warum es trotzdem gut für uns ist.  Seine zentralen Thesen hierzu stellt er an diesem Abend vor.

 

12 July 2017 / Ute Weiland, dR. Marcos Rosa AND PROF. DR. RAINER HEHL

Co-designing cities: architecture + informal intelligence

IN GERMAN LANGUAGE

Every city has its own problems, and every settlement its own specific scarcities and deprivations, but each can learn something from every other. This is the story of that potential for exchange.
— Edwin Heathcote

Edwin Heathcote is a writer, architect and designer and the architecture and design critic of The Financial Times since 1999.
 
‘Co-designing cities’ refers to a collaborative approach with regards to architecture, urban planning and the design and management of collective spaces, one which potentiates the assets of local communities.
In acknowledging the fact that cities are the result of the collective, there lies great potential for change in the way that they are currently constructed. But for change to take place, there is a need for designers to understand the complexity of the cultural and societal scenarios they encounter in their work, and for community initiatives to grasp the potential of trained designers to contribute to better and more acceptable living conditions.


“Co-designing cities: architecture + informal intelligence” will present practices carried out in Sao Paulo, Cape Town and Berlin that reveal alternative approaches to conventional planning.
It suggests a shift from the design of the architectural object, to a design capable of articulating the complexities involved in urban spaces—the means of production in cities, as well as how spaces are used, appropriated and experienced. These acts of spatial transformation stress the role of the design resulting from a constellation of social relations weaving together at a particular locus.

 

19 July 2017 / Prof. Philipp Misselwitz

PROF. Philipp Misselwitz, Habitat Unit
Florian Schmidt, Baustadtrat Kreuzberg-Friedrichshain
Cielo Holguin Ramirez, Community Leader Moravia
Anh Linh Ngo, ARCH+
Maximilian Becker, Albert Kreisel, Tobias Schrammek, Urban Oasis                                  Nina Pawlicki, Habitat Unit

Urban Lab Medellin I Berlin: Co-producing Urban Eco-systems

IN GERMAN LANGUAGE

As a Think&Do-Tank, the Urban Lab Medellín I Berlin creates a network of students of architecture and urban design, architects and planners as well as actors from the civil society, governing bodies, academia, the economy and cultural realm from Colombia and Germany through workshops, seminars, symposia and built interventions. Medellin and Berlin are characterised by very different regimes of planning and participation as well as formal and informal urban change processes. Yet these defining differences offer an opportunity to interrogate planning approaches in both contexts and develop new instruments: Can Urban Coding be a shared approach to guide transformation processes towards more inclusive, co-produced, sustainable and urban neighbourhoods?

 

26 July 2017 / Prof. Philipp MisselwitZ, Prof. Günter Meinert, ROMAN MENDLE, DR. NATHALIE JEAN-BAPTISTE, JOACHIM SCHONOWSKI

Transformation to Sustainability – Challenge for an urbanized and networked Society

IN GERMAN LANGUAGE

 

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